Erfahrungsbericht JuniorAkademie NRW 2025
Ich bin Tom Osterloh und habe in den Sommerferien 2025 zwischen der 8. und 9. Klasse an der JuniorAkademie NRW teilgenommen. Zehn Tage lang besuchte ich dort den Kurs Biokatalyse, der sich mit der Welt der Enzyme beschäftigte. Ich lernte sehr viel über die Aufgaben von Enzymen in chemischen Reaktionen – zum Beispiel in der Verdauung – aber auch darüber, wie sie aufgebaut sind und funktionieren.
Als mich Frau Michels, unsere Lehrerin der Begabtenförderung, auf die JuniorAkademie ansprach, wusste ich zunächst gar nicht, was das war. Schnell fand ich heraus, dass sie in den Sommerferien die Möglichkeit bietet, neue Inhalte über den Schulstoff hinaus zu lernen. Meine Neugier war geweckt! Ich hatte Glück, dass die Schule mich tatsächlich als Kandidaten nominierte und mein Klassenlehrer Herrn Schillings mich mit einem Empfehlungsschreiben bei der Bewerbung unterstützte.
Diese war schnell geschrieben und abgeschickt, und es begann eine lange Wartezeit, in der ich hoffte, mich für einen der wenigen Plätze an der JuniorAkademie NRW zu qualifizieren. Als dann kurz vor den Sommerferien tatsächlich die Zusage der JuniorAkademie 2025 in Jülich für meinen Wunschkurs Biokatalyse kam, freute ich mich sehr und war stolz, es geschafft zu haben.
Am 28.07.2025 war es dann soweit: Ich fuhr mit etwas gemischten Gefühlen zum Schloss Overbach in Jülich. Was, wenn die Kursleiter sehr streng wären oder ich mich mit den anderen Teilnehmern nicht verstehen würde? Doch als ich dort ankam, waren alle Zweifel sofort verflogen. Ich wurde freundlich von den Akademieleitern begrüßt und brachte mein Gepäck aufs Zimmer. Dort lernte ich meinen Zimmernachbarn kennen, mit dem ich mich sofort verstand und interessante Gespräche führte.
Dann stand auch schon die Eröffnungsveranstaltung an, bei der sich nicht nur die Kursleiter der vier Kurse (Biokatalyse, Microcontrolling, Künstliche Intelligenz und Psychologie) vorstellten, sondern uns auch der straffе tägliche Zeitplan präsentiert wurde:
Jeder Tag startete zwischen 7:30 und 8:30 Uhr mit dem Frühstück im Speisesaal. Anschließend ging es um 8:45 Uhr zum Plenum, in dem uns alle wichtigen Informationen zum Tag erläutert wurden. Danach teilten sich die 64 Teilnehmer auf ihre jeweiligen Kurse auf, und es startete eine dreistündige Kursschiene. Jeder Kurs bestand aus acht Jungen und acht Mädchen. Um 12:30 Uhr gab es Mittagessen. Von 14:30 bis 16:00 Uhr konnte man zwischen verschiedenen Sportangeboten und dem Chor wählen, wobei der Chor in den ersten drei Tagen verpflichtend war. Um 16:30 Uhr begann dann die zweite Kursschiene. Nach dem Abendessen um 18:30 Uhr fanden von 19:30 bis 21:45 Uhr die sogenannten kursübergreifenden Angebote (KüAs) statt, die täglich wechselten und von den Teilnehmern selbst vorbereitet wurden. Um 22:00 Uhr war schließlich Nachtruhe.
Mein Kurs Biokatalyse bestand aus acht Mädchen und acht Jungen sowie zwei sehr sympathischen österreichischen Kursleitern. In den ersten Tagen beschäftigten wir uns mit den Grundlagen der Chemie, bevor wir in das eigentliche Thema Enzyme einstiegen. Meist war es so, dass wir am Morgen den theoretischen Teil erarbeiteten und am Nachmittag in den Laboren des Science College Overbach experimentierten.
Ein Höhepunkt war der Rotationstag am sechsten Tag. An diesem Tag stellten sich die verschiedenen Kurse – Psychologie, Künstliche Intelligenz, Microcontrolling und Biokatalyse – den anderen Kursen mit einem jeweils 30-minütigen Einblick vor.
Insgesamt habe ich neben all den spannenden Kursinhalten auch viel Sport getrieben und mit meinen neu gewonnenen Freunden abwechslungsreiche KüAs besucht. Es gab viele spannende und unterschiedliche Angebote wie zum Beispiel Amateurfunken, Badminton oder das Knacken von Schlössern mit einem Dietrich.
An zwei Abenden wurde ein Karaoke-Abend organisiert. Es herrschte eine sehr gute Stimmung, und wir haben viele unterschiedliche Lieder gesungen! Die Nachtruhe um 22:00 Uhr wurde meist nicht wirklich eingehalten, und wir verbrachten lange Abende mit Karten- und Werwolf-Spielen. Durch die viele gemeinsam erlebte Zeit wuchsen wir schnell zusammen, und es fühlte sich an, als ob wir uns schon seit Wochen kennen würden.
In den letzten Tagen bereiteten wir unsere Abschlusspräsentation vor, um unseren Eltern und Bekannten einen Einblick zu geben, was wir in dieser spannenden Zeit erlebt hatten. Zwischen den Präsentationen sang der Chor, das Orchester spielte, und uns wurden Urkunden überreicht. Ich war sehr traurig, dass die Akademiezeit schon zu Ende war, aber umso glücklicher darüber, diese besondere Zeit erlebt haben zu dürfen.
Insgesamt war meine Zeit an der JuniorAkademie eine äußerst prägende und bereichernde Erfahrung. Trotz des durchgetakteten Zeitplans habe ich mich nie gestresst gefühlt. Ich habe viele spannende Dinge gelernt und neue Freundschaften geknüpft. Es war eine ganz neue Erfahrung, mit gleichgesinnten und interessierten Schülerinnen und Schülern zusammenzuarbeiten und gemeinsam Aktivitäten zu unternehmen. Diese besondere Zeit werde ich so schnell nicht vergessen. Deswegen freue ich mich schon sehr auf unser Nachtreffen und die vielen verschiedenen zukünftigen Akademien und Aktivitäten des Clubs der Ehemaligen.
Wenn ihr also die Chance bekommt, euch bei der JuniorAkademie zu bewerben, ist mein Rat: Tut es auf jeden Fall!