Zeitzeugin Renate Werwigk-Schneider zu Gast am Erich Kästner-Gymnasium
Ein stiller Moment lag in der Pausenhalle, als Renate Werwigk-Schneider auf die Frage eines unserer Schüler mit einem Satz antwortete, der noch lange im Gedächtnis bleiben wird:
„Demokratie macht uns stark.“
Im Rahmen einer besonderen Veranstaltung sprach die Autorin am Erich Kästner-Gymnasium über ihr Leben in der DDR und ihre mehrfachen Fluchtversuche. Anlass war ihr im Jahr 2025 erschienenes Buch „Ein bisschen Diktatur gibt es nicht“, in dem sie eindrücklich schildert, was es bedeutet, in einem autoritären System aufzuwachsen – und welche Konsequenzen Unfreiheit, Überwachung und politische Repression für den Alltag der Menschen haben.
Mit großer Offenheit berichtete Renate Werwigk-Schneider von persönlichen Erfahrungen, Ängsten und Hoffnungen. Sie berichtete beispielsweise von ihrer Zeit im Gefängnis, die von Angst und Unwissenheit geprägt war. Allein der Gedanke, dass ihr mit ihrer Haft Unrecht getan wurde, schenkte ihr Kraft und Zuversicht.
Ihre Erzählungen machten Geschichte greifbar und zeigten, dass Diktatur keine abstrakte Vergangenheit ist, sondern konkrete Auswirkungen auf individuelle Lebenswege hat.
Im Anschluss an das von Benedict Haupt moderierte Gespräch nutzten die Schüler:innen die Gelegenheit, Fragen zu stellen; zu Renate Werwigk-Schneiders Lebensgeschichte, zu den Risiken der Flucht, aber auch zu aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen. Der offene Austausch zeigte, wie sehr das Thema Demokratie junge Menschen bewegt.
Vorbereitet und organisiert wurde die Veranstaltung in Kooperation mit dem Kölner Jugendring sowie von den 10. Klassen des Erich Kästner-Gymnasiums. Für einen reibungslosen Ablauf sorgte zudem das Technik-Team, das die Veranstaltung engagiert unterstützte.
Wir als Schülerschaft empfanden die Begegnung mit Renate Werwigk-Schneider als einmalige Erfahrung, und sie war viel mehr als nur eine Lesung für uns: Sie war ein eindringlicher Appell, Demokratie nicht als Selbstverständlichkeit zu betrachten – sondern als etwas, das geschützt und gestaltet werden muss.
Lia, Malia und Sophia (10a) und Jakob Andrae