Französisch wie ein Pro­fi

Schüleraustausch Erich Kästner Gymnasium, Köln – Collège Victor Hugo, Besançon

Projektbeschreibung:

Im Schuljahr 2015 / 2016 fand zum 24. Mal der Schüleraustausch mit unserer französischen Partnerschule, dem Collège Victor Hugo, statt. Wir fahren in jedem Schuljahr einmal nach Besançon, die Hauptstadt der Franche-Comté.

Beteiligte:

Prinzipiell können alle Schülerinnen und Schüler, die Französisch als zweite oder dritte Fremdsprache lernen, teilnehmen. Altersgemäß passen unsere achten und neunten Klassen am besten zu der jeweiligen französischen Austauschklasse, was aber für Schülerinnen und Schüler der zukünftigen siebten und zehnten Klassen kein Hinderungsgrund sein sollte, sich zu beteiligen und vom Austausch zu profitieren. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die Schülerinnen und Schüler bereits nach einem Jahr Französischunterricht in der Lage sind, sich mit den Austauschpartnern, den Familien, in der Schule und auch in der Öffentlichkeit zu verständigen. Auch Schülerinnen und Schüler, die schon einmal am Austausch teilgenommen haben, sind herzlich willkommen.

 Organisation:

Seit dem Schuljahr 2008/2009 organisiert Frau Hamm den Schüleraustausch gemeinsam mit der Kollegin auf französischer Seite, Mme Drezet.

Der Austausch beruht auf dem Prinzip der Gegenseitigkeit: Während der 8 Tage, die der jeweilige Besuch dauert, wohnen die Schüler bei ihren Austauschpartnern. Die Eltern des Austauschschülers vertreten dessen Eltern und sorgen für das leibliche und seelische Wohl ihres Gastes. Ein eigenes Zimmer ist nicht notwendig. Der Gast sollte das normale Familienleben im jeweiligen Land kennen lernen. Die aufnehmenden Schüler gehen während der Zeit des Austauschs normal in den Unterricht. Die Gäste haben ein interessantes und abwechslungsreiches Besichtigungsprogramm, das sie mit den sie begleitenden Lehrern absolvieren. Das Wochenende und eventuelle Feiertage verbringen die Schüler jeweils in ihren Gastfamilien. Auch wenn die Französisch- oder Deutschkenntnisse nicht immer allein zur Verständigung ausreichen, so profitieren alle Schüler sprachlich, kulturell und menschlich von diesen Begegnungen.

Die Kosten betragen in der Regel 165 Euro. Davon wird die Fahrt nach Besançon und das dort geplante Programm bestritten. Die französischen Eltern zahlen die Fahrt der französischen Schüler nach Köln und ihr Programm in Köln.

Vorbereitung der Begegnung:

Die Schülerinnen und Schüler werden sowohl im Französischunterricht (Vorbereitung eines möglichen Programms für eine/n Gastschüler/in, thematische Schwerpunkte zur Wortschatzerweiterung, Rollenspiele usw.) als auch bei mehreren Vorbereitungstreffen auf den Aufenthalt in Besançon vorbereitet. Bei den Vorbereitungstreffen werden historische und geographische Hintergründe und für den Aufenthalt im Gastland wesentlicher Wortschatz vermittelt. Darüber hinaus werden die Schülerinnen und Schüler durch verschiedene erspielte Situationen auch emotional auf den Aufenthalt in den Familien vorbereitet. Ferner wird die Bearbeitung der Reisetagebücher sowie die Auswertung des Schüleraustauschs in Form der Präsentation in unserem EKG-Info, der Schülerzeitung „Pünktchen und Komma“ und die Erarbeitung der für diese Austauschrunde relevanten Themen des Projekts bzw. die Gestaltung der Plakate vorbereitet, die v.a. am Tag der offenen Tür in unserer Schule ausgestellt werden. Bei unseren Vortreffen wird des weiteren das in Besançon zugrunde liegende Programm besprochen.

Ablauf der Begegnung in Besançon (Beispiel der Fahrt Mai 2013)

Am ersten Tag fand – wie vorgesehen – die Besichtigung des Collège Victor Hugo, unserer Austauschschule, statt. Diese Besichtigung ist insofern etwas Besonderes, als es sich um ein ehemaliges Kloster handelt, dessen Architektur und Geschichte sehr beeindruckend sind. Im Anschluss wurden wir herzlich durch den neuen Schulleiter begrüßt. Am restlichen Vormittag besuchten die deutschen Schülerinnen und Schüler verschiedene Unterrichtsstunden. Danach erlebten sie ein Mittagessen in der Schulkantine, die sich auch deutlich von unserem deutschen System am EKG unterscheidet.

Nachmittags fand eine Orientierungsrallye im Zentrum von Besançon statt, bei der spielerisch bereits Wissen über die bekanntesten Orte / Gebäude und historischen Personen (z.B. das Uhrenmuseum, das Geburtshaus Victor Hugos, die Zitadelle usw.) vermittelt wurde.

Am folgenden Freitag fand der Gesamtausflug statt: Wir fuhren mit dem Bus zunächst nach Cléron in eine Käserei, in der vor allem der bekannte Morbier hergestellt wurde und die Schülerinnen und Schüler erfuhren, auf welche Tradition die Käseherstellung in der Franche-Comté zurückgreift. Beeindruckend waren auch die großen Lagerhallen, in welchen sich der Comté meterhoch stapelte um zu reifen sowie die Arbeit der Angestellten, die von Hand den typischen Aschestreifen in den Käse rieben.

Nach der Besichtigung der Käserei fuhren wir mit der Gruppe zur Flussquelle in Nans sous Ste Anne, wo gepicknickt wurde, bevor es weiterging in die große Grotte d’Osselle. Der lange Gang durch diese Höhle vermittelte den Kindern ein umfangreiches Wissen zu den Grotten der Franche Comté im Allgemeinen, über die Entstehung von Stalagtiten und Stalagmiten, unterirdischen Flüssen, die Verwendung der Grotten in früheren Jahrhunderten u.v.m. Erst am Abend kehrte die Gruppe nach Besançon zurück, die Schülerinnen und Schüler verbrachten nun ein Wochenende in den Gastfamilien, das Programm wurde durch die einzelnen Familien geplant. Am Montag fuhren wir mit der deutschen Gruppe nach Dijon. Hier besuchten wir das Musée des Beaux Arts, den Tour Philipe le Bon, die Echelle, die Kirche Notre Dame. Die Schülerinnen und Schüler lernten anhand des Rundwegs der „Eule“ das „antike“ Viertel Dijons kennen. Sie erwarben Wissen um den in Dijon hergestellten Senf und bestaunten die große Kathedrale des Ortes. Nachmittags durften sie in Kleingruppen selbst die Stadt erkunden. Am frühen Abend kehrten wir nach Besançon zurück. Der Dienstag Vormittag stand im Zeichen unseres Projektes. Von 8 – 11 Uhr beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler in französisch-deutsch gemischten Kleingruppen zu maximal fünf Kindern mit folgenden Themen, die zur Auswahl standen:

  1. Séjour / Aufenthalt in Köln
  2. Geschichte der deutsch-französischen Beziehungen / Histoire des relations franco-allemandes
  3. Feste und Feiertage
  4. Vergleiche der Schulsysteme
  5. Stars / bekannte Persönlichkeiten
  6. Essen
  7. Automarken
  8. Berlin – Paris
  9. Austausch / Austauschprogramme / Städtepartnerschaften /Jumelages

Von 11 – 13 Uhr wurden die Plakate präsentiert, die besten drei Plätze wurden prämiert. Alle Plakate werden derzeit im CDI in Besançon ausgestellt und erreichen uns nach der Ausstellung um im Erich Kästner Gymnasium ausgestellt zu werden.

Nachmittags wurde eine Schifffahrt auf dem Doubs durchgeführt, auf welcher die Schülerinnen und Schüler historische Gebäude und wesentliche landschaftliche Merkmale der Stadt bzw. der Umgebung vorgestellt wurden – natürlich in französischer Sprache! Das Besondere an dieser Fahrt war für die Schülerinnen und Schüler sicherlich die Fahrt durch zwei handbetriebene Schleusen sowie die Erkenntnis, dass der Doubs in verschiedene andere Flüsse führt, z.B. den Rhein.

Auswertung und Schlussfolgerungen für die Gruppe und die Schule

Einige Schülerinnen und Schüler bereiten gemeinsam die Ausstellung für den Tag der offenen Tür in der Eingangshalle vor, indem sie selbst verfasste Texte, aktuelle Fotos und Poster auf einer Stellwand anbringen und den interessierten Eltern von der Fahrt berichten. Für die Schülerzeitung und das EKG Info werden Berichte geschrieben.

Die begleitenden Lehrer (Frau Hamm und Frau Schikore) trafen sich zeitnah zur kritischen Reflexion der Fahrt und besprachen positive Aspekte sowie Verbesserungsmöglichkeiten. Auch mit der französischen Seite wird der diesjährige Austausch – wie in jedem Jahr – noch einmal besprochen, wenn Schülerinnen / Schüler und Eltern Gelegenheit hatten, sich auszutauschen und mit Anregungen etc. einzubringen.