Buchpremiere exklusiv – „Der doppelte Stadtplan“ Bericht einer jungen Autorin

die Autoren

Wir hatten uns fast ein halbes Jahr lang einmal im Monat in einem Jugendtreff in Nippes getroffen: 18 Mädchen, zwei Jungen und Christina Bacher eine Kinderbuchautorin. Zusammen haben wir gelesen, geschrieben, gesungen, recherchiert und Ausflüge gemacht. Jetzt war es endlich soweit. Unser Buch „Der Doppelte Stadtplan – Geschichten über Armut und Reichtum“ sollte im Kölner Literaturhaus vorgestellt werden.

Als wir uns alle in derselben Bahn trafen oder auf dem Weg zum Literaturhaus sich unsere Wege kreuzten, waren wir alle nicht besonders aufgeregt. Erst ließ man uns noch nicht in das alte weiße Gebäude gegenüber dem Agrippabad rein. Daher schauten wir uns Weinflaschen im Schaufenster an, die im Laden daneben zu sehen waren. Ein paar sahen aus wie Marzipankugeln und ein paar wie normale Flaschen.

Als man uns endlich ins Haus rein ließ, wurden wir schon etwas nervöser. Wir übten mit dem Mikrofon vorzulesen und bekamen Taschen, die wir selbst bedruckt hatten, mit unserem Buch drin. Das Buch sah viel bunter aus als gedacht und unsere Namen standen darin. Ein seltsames Gefühl. Langsam trudelten unsere Eltern, Verwandte und Freunde ein und wir begannen doch noch vor Aufregung zu schwitzen.

Für die Präsentation wurden wir immer zu zweit auf die Bühne geholt. Während die eine vorlas, schaute die andere freundlich ins Publikum, das sich mittlerweile schon draußen stehend an die Fenster drängeln musste. Wir wurden nicht nervös, weil uns ein Publikum zuhörte, sondern weil sie uns zuhörten, wie wir uns verlasen oder zu schnell wurden. Dass das Publikum laut klatschte, bekamen wir vor Aufregung kaum mit.

Zum Abschluss sangen wir noch ein Lied. Dann gab es eine Autogrammstunde. Wir stellten uns hinter einen Tisch, auf dem hohe Stapel unserer Bücher lagen, die gegen eine Spende verteilt wurden. Manche Ausgaben sollten von uns signiert werden. Unsere Eltern waren so stolz auf uns, dass die meisten von ihnen gleich mehrere Bücher kauften. Der Erlös ging an ein Projekt für obdachlose Jugendliche. Am Ende waren alle Bücher weg, die wir auf Lager hatten.

Die meisten Autorinnen gingen danach noch ein Eis essen oder mit ein paar Freunden den Erfolg feiern. Wenn man daran zurück denkt, kann man sich nur an schöne Sachen erinnern.

Loretta Bos, 7c

 

Spende der jungen Autoren

Anlässlich des Internationalen Tags der Wohnungslosigkeit haben die Kinder der Schreibwerkstatt um die Kinderbuchautorin Christina Bacher dem Verein Auf Achse zugunsten des B.O.J.E.-Busses eine Summe im Wert von 330 Euro überwiesen. Das Geld, das Kindern und Jugendlichen zugute kommen soll, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden, stammt aus der Spendenbox, die sie auf ihrer Buchpremiere im Kölner Literaturhaus zu ihrem Buch „Der doppelte Stadtplan – Geschichten um Armut und Reichtum“ (Mitteldeutscher Verlag) aufgestellt hatten. Im Zuge der Recherche ihrer Geschichten hatte die Gruppe das Hilfeangebot am Bahnhof besichtigt.